Rede der Galeristin zur Eröffnung der Ausstellung
am 3. Dezember 2011

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Woody

Heute heißt es, die Welt sei ein global village – ein Dorf! Ich sage, die Welt ist unser Haus, das einzige Zuhause, das wir haben. Und wie sagt man so schön, das Haus verliert nichts!
Sie werden gleich hören, warum ich dies vorausschicke!
Lassen Sie mich mit Bär+Knell anfangen: Bär+Knell! Wer und welche Ideen verbergen sich dahinter? Die Künstlergruppe Bär+Knell wurde von Gerhard und Beata Bär und von Hartmut Knell 1992 gegründet – schon mit dem Ziel, hochwertiges Material, zudem farbenprächtig, nämlich Kunststoffmüll, anders zu nutzen als ihn bloß zu braunen Abflussrohren zu verwursten. Beata Bär, geboren 1962, Diplomdesignerin, Gerhard Bär, geboren 1959, gelernter Schreiner, 1981-87 Studium der Innenarchitektur an der Fachhochschule Mainz, und Hartmut Knell, geboren 1966, 1982-88 Ausbildung zum Schreiner, 1988-90 Studium an der Fachakademie für Gestaltung in Regensburg.
Diese drei gründeten also 1992 Bär+Knell. Die Wut hatte die drei damals gepackt. Warum?
Das Duale System, das seit 1991 Megatonnen von wertvollem Kunststoffmüll aus deutschen Haushalten und Betrieben spülte, wusste niemand so richtig zu nutzen. Welche Farbenpracht, welche Marketingstrategien, welche Kreativität verbargen sich in jeder einzelnen Kunststoffverpackung! Zu schade, zu wertvoll, achtlos behandelt zu werden! Also ging das Künstlertrio daran, wie Archäologen vorzugehen: Sie sammelten, sie sortierten, sie reinigten, sie trockneten und entwickelten eine patentierte Methode, um aus dem Müllfund etwas Schönes herzustellen: Leuchtkästen und Mobiliar, bunte Gebrauchsgegenstände, Stühle, Hocker, Sofas, Tische, Kissen, Buchumschläge, Teppichböden, Leuchtobjekte für Innen und Außen. Infolge dessen sind die fertigen Werke, die Sie jetzt auch hier sehen, zu Spiegelbildern unseres Konsumverhaltens, unserer Vorlieben und unserer Gewohnheiten geworden. Von Anfang an verbanden Bär+Knell ihre Umwandlungsarbeit mit dem grünen, ökologischen Gedanken.